Orientieren mit GPS, Karte und Computer


Praxisratgeber von Wolfgang Gleitz, Göttingen

Nicht mehr verlaufen selbst in völlig unbekanntem Gelände – das ist kein Traum mehr, sondern mit neuer Technik möglich! Die Orientierung mit Karte, Kompass und Schrittzähler war gestern. Von einem bekannten Ausgangspunkt musste der Weg fortlaufend hinsichtlich Streckenlänge und -richtung verfolgt werden, um den aktuellen Standort zu bestimmen. Heute kann man im Gelände, auf See oder in der Luft mit einem GPS-Gerät, das die Signale der Satelliten des amerikanischen »Global Positioning System« auswertet, jederzeit die aktuelle Position unabhängig vom zurückgelegten Weg anzeigen. Dazu gibt es digitale Karten auf CD-ROM für den Computer, die mit den GPS-Daten korrespondieren. Karten-Dateien und GPS-Geräte lassen sich verknüpfen. Daraus ergeben sich ganz neue Möglichkeiten für Wanderer, Radfahrer, Wassersportler u.a. Das soll hier beschrieben werden...



Navigation mit Garmin eTrex

Beispielhaft für ein einfaches GPS-Gerät wird hier das GARMIN eTrex verwandt - ein kleines handliches Gerät, das bei jeder Tour am Gürtel oder in der Hemdtasche noch Platz hat und bei der Anschaffung auch nicht die Reise in Frage stellt. Für den Gürtel gibt es eine bequeme Tasche, für das Fahrrad gibt es eine besondere Befestigung. Die Verbindung zwischen PC oder Notebook, Karte und GPS stellt ein Kabel her, das es als Zubehör gibt.


Das Gerät hat viele Funktionen:

Es zeigt im Freien die aktuelle Position in wählbaren Kartengittern (z.B. geografische Länge und Breite, UTM, Gauß/Krüger u.v.a.m.),
es speichert Wegpunkte (z.B. den Parkplatz als Ausgangspunkt) und führt – auch auf völlig anderen Wegen– wieder dahin zurück,
es zeigt einen Kompass, der die Richtung der Bewegung anzeigt (nicht magnetisch!). Das erleichtert die Benutzung einer zusätzlich mitgeführten Karte,
es führt zu vorbestimmen Zielen auf beliebigen Wegen oder auf vorbereiteten Routen und Rundwegen,
es arbeitet wie ein Kilometerzähler, misst die Wanderstrecke, die Geschwindigkeit, die Reisedauer einschließlich der Pausen,
es zeigt die Ortshöhe,
es zeichnet jeden Weg als grafische Linie (»Track«) auf und ermöglicht die Rückkehr zum Startpunkt auf diesem Weg,
der zurückgelegte Weg lässt sich nachträglich als »Overlay« auf eine Karte am Computer kopieren und erscheint dann als rot markierte Strecke auf der Karte,
es zeigt die genaue aktuelle Zeit, aber auch die Zeit, die man noch braucht, um bei durchschnittlicher Geschwindigkeit ein bestimmtes Ziel zu erreichen, sogar die Zeiten für Sonnenaufgang und –untergang für den aktuellen Standort.
Ein kleiner Nachteil bei GARMIN eTrex: Im dichten Wald gibt es oft keine Sat – Verbindung mehr und damit auch keine Wegaufzeichnung. Zwischen der letzten kontrollierten Position und dem erneuten Sat-Kontakt wird eine direkte Linie angezeigt. (Anm. von Jedermann-GPS: Durch die neue eTrex H-Serie mit hochempfindlichen Empfängerchips wird dieser Nachteil jedoch aufgehoben!)

Es hält mit einem frischen Batteriesatz (2x AA) bis zu 22 Stunden durch (wer kann dann noch laufen?). Das Display ist bei Dunkelheit sogar mit Hintergrundbeleuchtung zu beobachten, braucht dann aber mehr Strom.

Mit dem GPS-Gerät und einem Handy hat man ein Sicherheitspaket in der Hand: bei Unfällen kann man Hilfe gezielt an einen Ort rufen. Doch diese Sicherheit ist kein Freibrief für Leichtsinn, der Unfall passiert vielleicht in einem Funkloch und das GPS hat gerade keine freie Sicht auf mindestens drei Satelliten und die Batterien sind leer (die Bergwacht ist auch kein Sportverein!).

Beispielhaft verwende ich als Karten die TOP50 der Landesvermessungsämter aller Bundesländer(!), die eine gute Auflösung bis zu Rad- oder Fußwanderwegen bieten. Die Karte enthält »blattschnittfrei« z.B. Niedersachsen und Bremen im Maßstab 1:50000 und zusätzlich 1:200 000 für die Anfahrt mit dem Auto, dazu Übersichtskarten in größeren Maßstäben. Für Radfahrer endet meist die Befahrbarkeit beim befestigten Hauptweg. Kleinere Wege, als die mit einer einfachen oder unterbrochenen schwarzen Linie (Nebenweg oder Fußweg) auf der Karte 1 : 50 000 dargestellt, kann man nur bei trockenem Wetter oder manchmal gar nicht laufen und querfeldein wird das Wild gestört!

Es gibt weitere digitale Karten in größeren und kleineren Maßstäben für die Bundesrepublik, Europa und fast für jeden Fleck der Erde und dazu Spezialkarten, z.B. für Segler oder Sportflieger.


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Kontakt zwischen GPS und Karte

Um einen Ort auf der Erdoberfläche zu beschreiben, muss ein Punkt durch zwei sich kreuzende Linien definiert werden. Karten enthalten ein Gitternetz Nord – Süd / Ost – West mit festgelegten Bezugspunkten und einer vereinbarten Zählung. Zusätzlich kann die Höhe von Bedeutung sein, da die Erde mehr einer Kartoffel ähnelt, als einer geometrischen Kugel.

Das »Gauß/Krüger«–Gitter, auch das »deutsche Gitter« genannt, war bisher auf amtlichen Karten üblich. Vergleicht man die Anzeige eines GPS-Gerätes mit einer solchen Karte, dann ist ein Planzeiger notwendig, um die Werte des GPS auf der Karte zu bestimmen, weil die Gitterlinien auf den käuflichen Karten einen zu großen Abstand haben. Mit der TOP 50-Karte lässt sich vom Computer ein Gauß/Krüger - Gitter ausdrucken, das Quadrate von 100 x 100 m darstellt. Damit ist die Zuordnung der angezeigten Werte wie auch die Entnahme von Positionsdaten aus der Karte ohne Hilfsmittel möglich.

Das ursprünglich militärische UTM-Gitter (Universal Transverse Mercator – Projection) der NATO lässt sich ebenfalls bei den TOP 50-Karten mit einer Gitterweite von 100 m ausdrucken, so dass die angezeigten Werte auf das Kartenbild zu übertragen sind. Das gilt ebenso für die Bestimmung eines Punktes auf der Karte oder die Übernahme der UTM-Position in das GPS. Seit 1999 löst das UTM Gitter das Gauß/Krüger-Gitter ab. Neuere gefaltete Wanderkarten benutzen schon das UTM-Gitter als Hilfe für die GPS-Navigation, da nahezu alle (auch ältere Geräte) auf UTM eingestellt werden können. Die Gitterweite der käuflichen Karten erfordert aber auch einen Planzeiger.

Ein weiteres Gitter ist das geografische Gitter (DEGMINSEC). Vom Äquator ausgehend wird die Erdkugel in je 90 Breitengrade nördlich und südlich geteilt. Ausgehend vom Nullmeridian, der durch das Observatorium von Greenwich festgelegt ist, zählt man je 180 Längengrade in östlicher und wie westlicher Richtung. Dieses Gitter wird verfeinert in Winkelminuten und -sekunden.

Ich benutze vorwiegend dieses Gitter zwischen GPS-Gerät und Karte. Man kann die TOP 50 – Karten mit einem Gitter ausdrucken, bei dem die Gitterlinien einen Abstand von 6 Winkelsekunden haben (»Einstellungen → Koordinatengitter → Grad / Minuten / Sekunden – WGS 84 – 0,1 Minuten«). Das ist eine Gitterteilung, die auch ohne Hilfsmittel auskommt. Die Zählung der Gitterlinien wird links (S – N) und unten (W – O) am Kartenrand mit ausgedruckt.




Der Abstand der Gitterlinien beträgt hierbei etwa in West – Ost – Richtung ca. 120 m, in Süd – Nord – Richtung 180 m. Das sind Abstände, die man im Gelände noch gut übersehen kann. Zwischen den Gitterlinien sind die Unterteilungen der 6 Sekunden dann abzuschätzen. So lässt sich der Ort nach den geografischen Daten des GPS-Geräts immer präzise auf die Karte übertragen, im Beispiel oben: 9o 38’ 30’’ O, 51o 26’ 32’’ N = nördlicher Ortsausgang von Volkmarshausen. Das GARMIN eTrex und viele andere GPS – Geräte lassen sogar die Ablesung von 1/10 Winkelsekunden zu. Dies würde ca. 3 m in S – N – Richtung, bzw. 2 m in W – O – Richtung entsprechen. Die Feinheit der ablesbaren Werte übertrifft aber die systembedingten Messfehler und ist daher eigentlich überflüssig!

Welches Gitter man benutzt, ist unwichtig oder davon abhängig, welches Gitter das GPS-Gerät (oder die verschiedenen Geräte der Wanderfreunde) unterstützen. Bei einer Wanderung mit einer Karte, die mit einem kleinteiligen Gitter ausgedruckt ist, kann man immer überprüfen, wie präzis die Anzeige des GPS zwischen Karte und Wirklichkeit übereinstimmt. Das löst immer wieder Erstaunen aus!
Am Computer ist mit der TOP 50 (auch mit den digitalen Karten der Routenplaner oder Stadtpläne) die Cursorposition in den gebräuchlichen Gittern (DEGMINSEK, Gauß/Krüger, UTM) direkt (in der Fußleiste) abzulesen und darüber hinaus ein Kartengitter auszudrucken, das die Übertragung von GPS - Werten von der Karte und umgekehrt ohne Hilfsmittel ermöglicht. Dazu erleichtern neuere Geräte die Umwandlung: Jeder beliebige Gitter-Wert kann nach Voreinstellung auf das gegebene Gitter der Karte eingegeben werden und erscheint nach Umstellung als der entsprechende Wert in dem anderen gewählten Gitter.



Notebook, GPS und TOP 50

Der besondere Vorteil neuerer GPS-Geräte ist die Möglichkeit des Austauschs von Daten mit dem Computer. Die Kabelverbindung zwischen dem Computer – auf Reisen am besten ein Notebook - und dem GPS-Gerät macht es möglich. Aus dieser Kombination entstehen ganz neue komfortable Möglichkeiten.

1. Hin und zurück

Wer gern im Gelände läuft, ohne besonderes Ziel, einfach dahin, wo es gefällt, kommt immer mit dem GPS zurück, wenn der Ausgangspunkt als Wegpunkt (waypoint = »landmark«) gespeichert wurde. Darüber hinaus speichert das GARMIN eTrex dann den zurückgelegten Weg als »track« und zeichnet ihn auch als Linie auf, jedoch ohne zusätzlichen Kartenhintergrund. Mit der »track–back« Funktion kann man nach der »Halbzeit« auf dem gleichen Weg zurück laufen. Aber das ist vielleicht langweilig. Also besser immer den Startpunkt als Wegpunkt speichern und dann auf beliebigem Weg wieder mit der »GOTO«-Funktion zurück finden! Das klappt auch in einer unbekannten Stadt mit dem Hotel oder Parkplatz als Ausgangspunkt, wenn die hohe Häuserschluchten nicht den Zugriff auf die Satelliten verdecken. Auf einem freien Platz gibt es keine Probleme.

Am Abend möchte man dann aber doch genau berichten, über welche Wege (oder Umwege) man gelaufen ist und zurück gefunden hat. Nichts leichter als das: Das eTrex mit dem Notebook verbinden, die passende TOP 50–Karte aktivieren und den Track über das Unterprogramm »GPSTrans« zurückladen. Schon erscheint mit einer roten Linie der Weg auf der Karte. Das lässt sich auch ausdrucken und als Beleg im Reisetagebuch nutzen und sogar speichern.

2. Planung einer Wanderung

Nach dem Kartenstudium am Computer kann man besonders reizvolle Ziele als Wegpunkte oder eine Route aus mehren Wegpunkten auf dem Computer erstellen, auf das GPS übertragen und sich dann über die Satelliten führen lassen.

Das Programm GPSTrans empfiehlt eine Reihe von Wegpunkten mit Hilfe einer Linie des Grafik- Menues der TOP 50–Karten anzulegen. Wenn die Wege jedoch kurvenreich sind und man häufig klicken muss, um die Biegungen des Weges zu verfolgen, entsteht bei jedem Klick ein neuer Wegpunkt. Das ist bei der Übertragung auf das eTrex eher hinderlich. Es entstehen eine Unzahl von Wegpunkten und von einem Wegpunkt anderen sind die Abstände nur wenige Meter. Es ist daher besser, einen Wanderweg aus mehreren einzelnen Wegpunkten zu bilden.

Tipp:
Das Programm »GPSTrans« ist auf der CD-ROM der TOP 50–Karten enthalten. Über das Internet kann es geladen und aktualisiert werden.

Als Beispiel ein Weg vom Hainholzhof zur Mackenröder Spitze: Ich lege die TOP 50-CD Niedersachsen/Bremen ein. Ich suche auf der Karte den Göttinger Wald östlich von Göttingen. Ich markiere Wegpunkte vom Parkplatz bis zur Mackenröder Spitze mit einem kleinen Kreis oder Viereck aus dem Grafik-Menue.



Ich wähle einen kleinen Kreis (Größe 8/8), der nur einen Wegpunkt erzeugt und kennzeichne damit die wesentlichen Kreuzungen, Abbiegungen (hier von W nach NO) bis zum Zielpunkt, dem Aussichtsturm Mackenröder Spitze. Der Startpunkt im Westen ist der Parkplatz. Dort könnte ich aus dem Grafikmenue auch ein Parkplatzzeichen in die Karte einfügen (PARKPLAT.bmp), aber das Zeichen hätte schon auch bei reduzierter Größe 4 Wegpunkte. Man kann den Parkplatz als Ausgangspunkt nachträglich für die Wanderfreunde auf die Karte als Information einfügen. Zur Übertragung auf das GARMIN ist es nicht nötig, man sollte statt dessen die »sauberen« Wegpunkte vorher übertragen.


Kartenausschnitt vergrößern? Bitte klicken Sie einfach auf das Bild !


Daraus entsteht eine Karte mit wenigen WPs an markanten Kreuzungen, Gabeln oder Abbiegungen. Die Abstände zwischen den WP sind in diesem Beispiel zwischen ca. 500m und 2 km weit. Man könnte auch noch einen Text in die Karte eingeben z.B. mit den WP-Nummern oder besondern Hinweisen. Am 5. WP findet man z.B. eine Ruine der Wüstung Kerstlingerode, ein erster Rastplatz mit großartiger Aussicht!
Die Grafik der Wegpunkte muss nun noch abgespeichert werden und zwar als ASCII – Overlay *.ovl. Ist die Verbindung zwischen dem PC und dem GARMIN eTrex hergestellt, lässt sich das Overlay auf das GPS – Gerät mit Hilfe des Unterprogramms GPSTrans übertragen. Dazu muss der richtige Bus (bei mir COM5) der Kabelverbindung zwischen Computer und GPS – Gerät eingerichtet sein.

Tipp: Die Gebrauchsanleitung gibt hier Hinweise: »Arbeitsplatz > rechte Maustaste > Eigenschaften > Hardware > Geräte Manager > Anschlüsse (COM und LPT)« - Die aktive Verbindung wird angezeigt.


GPSTrans Mittels dieser besonderen Schnittstelle lassen sich Wegpunkte, Routen und Tracks z.B. von TOP 50, Magic Maps, Kompass oder der Fugawi-Software auf ein Garmin-Gerät übertragen !




Beim eTrex werden nun Wegpunkte geladen, die mit WP0000 – WP00xx bezeichnet sind. Sie lassen sich mit der GOTO–Funktion einzeln anlaufen oder zu einer Route verbinden. In einer Route werden die Abstände zwischen den Wegpunkten zur Gesamtstreckenlänge addiert und angezeigt. Das GPS–Gerät schaltet während der Wanderung dann nach Erreichen eines Wegpunktes auf den nächsten weiter, ein markanter Pfeil zeigt die Richtung, dazu gibt es noch Informationen über die Länge der Wegstrecke und die Zeitdauer bei durchschnittlicher Marschgeschwindigkeit u.a.. Hat man eine Ausschnittskarte des Wanderwegs ausgedruckt, liefert sie Detailinformationen zur Umgebung.

3. Planung und Sammlung

Die Wanderrouten lassen sich mit Wegpunkten, Kartenmaterial, Wegbeschreibung, einem Geländeschnitt der Höhenunterschiede, Bildern, geologischen, historischen Zusatzinformationen u.v.a.m. am Computer sammeln, bearbeiten und speichern. Es kann so eine Bibliothek entstehen, deren Touren man kopieren, ausdrucken und über eMail verschicken kann. Im Internet sind bereits auch eine Vielzahl solcher Routen zu laden (z.B. www.geolife.de). Die Vorbereitung und Planung von Wanderungen, Rad- oder Bootstouren gewinnt so ganz neue Dimensionen. Die vorsorgliche Führung des »Wanderwarts« mit Teilnehmern, Gepäckfahrzeugen-, Fahrrad- oder Bootsanhängern, der Besuch von Sehenswürdigkeiten, Jausenstationen, Sternmärschen – alles wird planbar und durchführbar mit der Unterstützung von GPS und Computer!







Navigation im Auto

Obwohl in einem geschlossenen Raum der Satelliten – Kontakt nicht möglich ist, ist der Empfang von GPS – Signalen nahe der Windschutzscheibe im Auto meist möglich. Zweckmäßig ist eine Halterung mit Saugnapf, Schwanenhals und Klemmvorrichtung für das Gerät. Die Befestigung sollte so fest sein, dass bei harten Lenk- oder Bremsmanövern das GPS sicher am Ort bleibt. Das Gerät sollte auch so befestigt werden, dass es den Blick auf die Straße nicht einschränkt und das Display ohne Ablenkung zu beobachten ist. Die Bedienung des Gerätes während der Fahrt ist jedoch nicht möglich – es sei denn es gibt einen Beifahrer als „Navigationsoffizier“.

Das Ziel der Autofahrt mit dem GARMIN eTrex zu kontrollieren, ist möglich, wenn man sorgfältig die Autoroute mit einer Folge von Wegpunkten eingibt, vor allem wichtige Kreuzungen und Abbiegungen, aber viel besser führt ein Pocket PC mit Straßennavigation und Sprachausgabe.

Das angeschlossene GPS – Gerät übermittelt über das NMEA – Protokoll die Sat – Daten auch an ein Notebook. Das GPS – Gerät ist dann nur die »Antenne«, das Notebook mit den Karten wertet die Position aus. Routenplaner und TOP 50 - Karten haben eine GPS – Schnittstelle. Im Auto mit dem eTrex und einem Routenplaner - Programm oder den TOP 50 Karten auf dem Notebook lässt sich so immer der Standort feststellen oder verfolgen. Nachteile: Die Leuchtdichte des Notebook ist bei sonniger Umgebung zu schwach und auf der Ablage unter der Windschutzscheibe hat es keinen Platz! Die Navigation mit einem Notebook ist also nur mit einem Beifahrer möglich. Aber jederzeit wissen, wo man ist – auf einem einsamen Parkplatz oder nach der fünften Runde in der unbekannten Stadt auf der Suche nach dem Quartier – das ist schon hilfreich. Auch auf dem Balkon der Ferienwohnung klappt die Verbindung und lässt bei der Planung der nächsten Tour die Vorfreude auf einen neuen Tag wachsen.

Der Falk – Routenplaner kann übrigens mit den TOP 50 Karten zusammen geschaltet werden, dann ist nicht nur die grafisch einfache Straßendarstellung sichtbar, sondern wird durch die detaillierte Katendarstellung der TOP 50 Karten ergänzt.






TOP 50-Karten auf dem Pocket PC

Mit dem Programm FUGAWI Global Navigator lassen sich TOP 50–Karten in Ausschnitten auf den Pocket PC übertragen. Dazu muss zunächst ein FUGAWI - Unterprogramm auf den Pocket PC geladen werden. Da die Speicherkapazität des Pocket PC begrenzt ist, kann man nicht die gesamte TOP 50-Karte übertragen (z.B. Niedersachsen/Bremen) sondern muss einen Kartenausschnitt auswählen, der einer Reiseregion entspricht, z.B. Weserbergland, Solling, Harz o.ä. :


Rasterkarte (z.B. TOP 50) in das Programm FUGAWI laden
Ausschnitt wählen: mit der Lupe oder der % - Eingabe kann man den Ausschnitt im Umfang auf dem Monitor bestimmen und als Auswahl einrahmen.
Dieser Kartenausschnitt wird auf den POCKET PC übertragen (im FUGAWI – Programm: PDA - PDA Verwaltung - Auswahl zu PDA exportieren), am besten auf eine Speicherkarte, damit man den begrenzten Hauptspeicher des Pocket PC nicht blockiert. Die detaillierte Karte steht (unabhängig von der Verkleinerung des Ausschnitts auf dem PC-Monitor) nun im originalen Maßstab 1: 50 000 zur Verfügung mit allen Details dieser Karte. Bei dem kleinen Display des Pocket PC ist die Kartenübersicht jedoch begrenzt, jedoch ist das Kartenbild durchaus besser als auf vielen GPS-Handgeräten mit Kartendarstellung. Die Karte lässt sich mit dem Stylus nachschieben und so in ganzer Größe nutzen aber auch verkleinern, so dass ein größerer Teil der Karte (mit zunehmend eingeschränkter Auflösung) auf dem Display zu übersehen ist.
Tipp: Man sollte möglichst unter »File → Prefs« das Häkchen »Create new Wpt on tap« zum Nachführen der Karte deaktivieren, wenn keine Wegpunkte definiert werden sollen.

Die eingestellte Gitterteilung der TOP 50-Karte wird vom Computer nicht übernommen. Das ist auch nicht nötig, denn der Pocket PC markiert bei Sat-Kontakt den Standort.

Eine Karte 1:50 000 auf dem Pocket PC zu haben, ist schon ohne aktiver GPS - Funktion eine Orientierungshilfe beim Wandern. Statt einer gefalteten, nässeempfindlichen Karte steht ein Kartenausschnitt von ca. 1,2 x 1,2 km bei normaler Auflösung des Kartenbildes auf dem Display zur Verfügung, den man bequem in Marschrichtung drehen und nachführen kann und dessen Darstellung viele vertraute Geländedetails enthält. Will man dann z.B. an einem Aussichtspunkt eine größere Fläche übersehen oder eine markante Erhebung in der Ferne bestimmen, lässt sich das Kartenbild nachschieben oder im Ausschnitt auf dem Display verändern, was jedoch die Lesbarkeit beeinträchtigen kann.

Ich benutze den Pocket PC »acer n10« mit einer GPS-Antenne im CF-Slot. Inzwischen gibt es bereits Pocket PCs mit eingebauter ausklappbarer GPS-Antenne. Die Kartenausschnitte speichere ich auf einer 1 GB SD-Karte. Mit aktiviertem GPS-Empfänger (hier COM 2) wird der Pocket PC nun zum vollwertigen GPS-Navigator mit Kartendisplay! Während dieser Pocket PC sonst mit einem Reiseplaner-Programm (FALK Navigator für Pocket PC) nur im Bereich von befahrbaren Straßen navigiert und beim Verlassen des Straßennetzes im freien Gelände oder Wald eine Fehlermeldung zeigt (»Sie befinden sich außerhalb des Straßennetzes...«), kann man mit FUGAWI übertragenen TOP 50-Kartenausschnitten noch auf kleinsten Wegen im Gelände navigieren und die detaillierten Karteninformationen nutzen.


Abb. eines PDAs


Der Satellitenkontakt muss aktiviert werden: »GPS - Open GPS«. Ein »P« in der Kopfzeile zeigt, dass der Zugriff auf Satelliten gesucht wird. Sowie der Sat-Kontakt aktiv ist (blaues Zeichen in der Kopfzeile), sucht sich der Pocket PC aus den gespeicherten (noch nicht geladenen!) Karten die richtige aus und stellt die aktuelle Position dar. Die aktuelle Position wird nach Sat-Kontakt und der Einstellung auf »GPS - Center GPS« (oder der Aktivierung des gelben Kreises mit Punkt im Zentrum in der Fußzeile) auf der Karte mit einem roten Kreis umrahmt, bei Stillstand erscheint ein Punkt im Zentrum des Kreises, bei Bewegung zeigt ein Pfeil im Kreis die Bewegungsrichtung an. Damit hat man immer den Blick auf einen Kartenausschnitt der 1:50 000er Karte und die aktuelle Position darin! Mit Hilfe der Zoom-Funktion lässt sich die Karte auch vergrößern. Die Karte bleibt jedoch immer in der gegebenen Ausrichtung - N am Kopf des Pocket PC, eine automatische Ausrichtung in Marschrichtung ist nicht möglich, also muss man den Pocket PC in Marschrichtung drehen. Der Sat - Kontakt funktionierte sogar noch länger als beim eTrex im dichten Wald, als das Gerät erst im freien Gelände die Sat-Position aufnehmen und danach kontinuierlich verfolgen konnte. Man kann so kleinste Wege auf der Karte wagen. Im dichten Wald fällt es allerdings schwer, die Position nach einer Unterbrechung neu aufzunehmen.

Eine Grenze setzt allein die Kapazität der Pocket PC-Stromversorgung, die ein Netzgerät oder mindestens einen 12 V–Anschluss zur Aufladung braucht. Da der Sat-Kontakt ständig aufrecht erhalten wird und dabei laufend Änderungen des Kartenbildes stattfinden, wird auch der Akku mehr belastet als beim einfachen Pocket PC-Gebrauch. Zwei bis drei Stunden hat er aber problemlos durchgehalten. Um Strom zu sparen kann man bei Tageslicht die Hintergrundbeleuchtung abschalten, die sonst beim Nachführen der Karte immer wieder aktiviert wird. Langzeitbetrieb wie mit dem GARMIN eTrex ist jedoch nicht zu erwarten. Evtl. ist bei Wandertouren ohne Zugang zum Stromnetz oder zur Autobatterie das Gerät »iSun« geeignet, eine Stromversorgung zu gewährleisten.



Nutzung von Waypoints, Routen und Tracks

Der Pocket PC erfüllt vergleichbare Funktionen wie das Garmin eTrex, jedoch mit einem mit Hilfe von FUGAWI übertragenen präzisen Kartenbild. Es können Wegpunkte fixiert oder vom Computer übertragen und mit GOTO angelaufen werden. Es können Routen vom Computer übertragen und verfolgt werden und schließlich können auch »tracks« im Kartenbild aufgezeichnet werden.

1. Einen Wegpunkt vom Computer mit FUGAWI übertragen

Unter FUGAWI ist zunächst die Karte zu laden, auf der das Wanderziel – der Wegpunkt – ausgewählt wird. Ein Ausschnitt dieser Karte mit der weiteren Umgebung des Wegpunktes sollte auf dem Pocket PC vorhanden sein. Im FUGAWI – Programm wird die Wegpunkt-Funktion aktiviert.

Mit dem WP – Cursor (genau mit dem Schnittpunkt des Kreuzes) ist der Wegpunkt in der Karte auszuwählen (hier als Beispiel der Hohe Brunnen im Göttinger Wald). Öffnet man das Wegpunktfenster, erscheint der Wegpunkt mit seinen Positionsdaten. Er ist zunächst mit einer Zahl beschrieben (WP 0002), diese Bezeichnung kann man mit einem anschaulichen Namen umbenennen.



Editierseite Wegpunkte Nun soll der Wegpunkt auf den Pocket - PC übertragen werden. Dazu öffnet man das Fenster "PDA ? PDA - Verwaltung, klickt unter "Wegpunkte" den WPT "Hoher Brunnen" an und schiebt ihn in das Feld PDA.


Seite "Datenaustausch"


Ist auf dem Pocket-PC im FUGAWI-Programm unter »Wpt - Prefs - Display WP Name On Map« aktiv, erscheint der Wegpunkt identisch zur Darstellung auf dem Coputer. Unter »Wpt - Dist« kann man den Anfangs- und den Zielwegpunkt markieren und mit »Calculate« errechnen lassen, welche Entfernung (Luftlinie!) zwischen den WPs liegt und in welche Richtung man gehen muss. Dies ist jedoch nicht der Wanderweg! Unter »Wpt - Edit« ist die GOTO-Funktion zu aktivieren.

2. Eine Route vom Computer auf den Pocket PC übertragen

Im FUGAWI-Programm lässt sich eine Routen-Funktion aktivieren. Der Cursor ist dann ein Stift, mit dem man bei gedrückter linker Maustaste einen Wanderweg in die Karte zeichnen kann. Nach Fertigstellung wird der Weg auf der Karte als eine Folge verbundener Wegpunkte dargestellt. Bei einem geraden Wegverlauf entsteht am Beginn und am Ende der Strecke je ein Wegpunkt. Da Waldwege aber nicht wie Startbahnen verlaufen, entstehen bei Biegungen viele Wegpunkte mit sehr kurzem Abstand (siehe oben: Routen für den eTrex von der TOP 50-Karte). Es ist daher sinnvoller, eine Route als eine Folge von einzelnen Wegpunkten zu planen, d.h. die Wegpunkte zu bestimmen, die für die Orientierung von Bedeutung sind: Startpunkt, Gabel, Abzweig, Kreuzung, Hütte, Rastplatz, Aussichtspunkt, Ziel u.a. Diese Wegpunkte erscheinen dann als eine Folge von kleinen roten Quadraten auf der Karte des Computers wie – nach Übertragung - auf der gleichen Karte des Pocket PC. In den meisten Fällen kann man dann sogar auf GOTO und die GPS-Kontrolle verzichten, weil eine Karte mit klaren Wegmarken für die Orientierung vollauf genügt, wenn die nächste Wegmarke noch innerhalb des Kartenausschnitts auf dem Display zu sehen ist. Sollte das Gelände nicht mit der Karte übereinstimmen, kann man immer noch die GPS-Navigation einschalten.

3. Einen Track verfolgen


Der eingeschaltete Pocket PC mit dem FUGAWI – Programm, einem TOP 50 – Kartenausschnitt und Sat – Kontakt kann auch „Traks“, d.h. den gelaufenen Weg aufnehmen, speichern und auf den Computer übertragen. Wird »Trk → Tracking« aktiviert (oder das blaue T in der Fußzeile), zeichnet das Gerät in regelmäßigen Zeitabständen einen Punkt auf und verbindet diese Punkte zu einer Track-Linie im Kartenbild. Das ermöglicht die Aufzeichnung des Wanderweges und die Rückführung auf diesem Weg. Wenn wieder eine Verbindung mit dem PC möglich ist, lässt sich dieser Weg auf den Computer übertragen, auf dem Kartenbild sichtbar machen, speichern und ausdrucken.



Komb. Straßen- und Geländenavigation auf dem PDA

Der Pocket PC mit einer GPS-Antenne kann einerseits mit einem Straßennavigationsprogramm (FALK Navigator für Pocket PC) mit Sprachausgabe bis zu Hausnummern führen. Über die Adressen- oder Karteneingabe ist jeder Punkt bestimmbar, jedoch nicht außerhalb des Straßennetzes. Zum Ausgangspunkt der Wanderung führt der Pocket PC im Auto selten über die Adresseneingabe, aber über die Karteneingabe findet man die letzte Straße am Waldrand. Bei meinen Ausflügen hießen die Ausgangspunkte z.B. »an Mühlenstraße«, »bei B 241«, oft nur »Klick in Karte«. Da steigt man aus.

Nun folgt der Wanderweg. Jetzt kann man den Navigator wechseln, also das eTrex für die Waldwege benutzen mit vorher eingegebenen Wegpunkten oder der Route – oder aber den Pocket PC als GPS-Gerät beibehalten! Auf einer 512 GB oder 1 GB – SD – Speicherkarte ist genügend Platz für die ca. 230 MB Deutschlandkarte des FALK – Straßennavigators und zusätzlich kleine Regionalkarten, die man mit FUGAWI ausgewählt und übertragen hat. Fast der gesamte Harz 1 : 50 000 braucht ca. 4500 MB, vergleichbaren Speicherplatz brauchen Karten für ähnliche Regionalkarten. Da die mit FUGAWI erzeugten Kartenausschnitte auf beliebigen Massenspeichern als Bibliothek abgelegt und je nach Bedarf auf die SD-Karte kopiert werden können, kann man die Pocket PC-Speicherkarte nur mit dem Kartenmaterial füttern, das für die aktuelle Umgebung erforderlich ist.

Während der Anfahrt bis zum Parkplatz ist der Pocket PC - Akku über das Autokabel voll geladen. Die Hintergrundbeleuchtung ist im Auto beim Anschluss an die Autobatterie gegeben, im Gelände aber nicht nötig – es sei denn nachts. Um Strom zu sparen, kann man die Beleuchtung bei Tageslicht abschalten. Anschließend kann die Geländenavigation mit den TOP 50-Karten beginnen, die mit FUGAWI übertragen wurden. Der Kartenausschnitt ist über Zoomfunktionen zwischen 80 bis 1000 m für ein etwa gleichbleibend 2 cm breiten Maßstab (gelbe Leiste in der Kopfzeile) einstellbar. Die originale Darstellung der TOP 50 Karte entspricht der Einstellung auf 300m.

Auf anderen wählbaren Seiten (aktivieren mit GPS in gelben Kreis in der Fußzeile) lässt sich auch die aktuelle Position ausgeben (Lat-Lon / UTM), die UTC-Zeit ablesen und die Ortshöhe (dieser Wert ist jedoch selbst bei Kontakt zu vielen Satelliten nicht viel wert). Sehr gelungen ist die Seite, die den Sat – Kontakt darstellt: Zwei konzentrische Kreise stellen den engeren und weiteren Horizont dar. Die erkannten Satelliten wandern als Zahlen wie auf einer Himmelskarte. Daneben werden die erkannten Satelliten mit ihrer Nummer und der Signalstärke gezeigt. Sowie ein Satellit den inneren Kreis erreicht, ist die Signalstärke meist ausreichend.

Und neben allem Navigationskomfort steht der Pocket PC immer noch mit seinen ursprünglichen Funktionen zur Verfügung: Es lassen sich vorbereitete Informationen zu den Wanderzielen lesen, Beobachtungen als Notizen schreiben oder gesprochen aufzeichnen. Der Pocket PC kann auch Bilder – sogar Videoclips - speichern. Grenzen setzt allein der verfügbare Speicherplatz. (Eine zusätzliche Speicherkarte ist aber nie eine Belastung für den Rucksack!) So entstehen schon unterwegs Materialien zu einem Reisetagebuch, das man auf dem PC zu Haus überarbeiten kann und in der eigenen Bibliothek als Erinnerung verwahren, als Ansporn Freunden schicken oder vielleicht auf den Internet – Seiten des Wandervereins veröffentlichen möchte.


(C) 2004-2010 www.jedermann-gps.de

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